Maggie heißt eigentlich Margarita, ist 19 und kommt aus dem
sonnigen Süden. Sie ist Sizilianerin aus Palermo, spricht aber besser spanisch
als italienisch. Das kommt, weil ihre Familie eigentlich aus Spanien stammt.
Allerdings liebt sie die Dolci aus Palermo, diese unglaublichen süßen
Gebäckteilchen mit dem Geschmack nach Mandeln. Palermo ist für sie die schönste
Stadt der Welt und was sie an der Stadt besonders liebt, ist die Offenheit der
Kultur. Araber, Griechen, Juden, Sizilianer – ein wahres Völkergemisch. Sie hat
sich sagen lassen, das sei schon zu Zeiten ihrer Ur-Ur-Großeltern so gewesen.

Als sie hörte, dass sie nach Deutschland sollte, war sie
zunächst nicht begeistert, aber es ist die Heimat ihrer Vorfahren – das ist
aber schon so lange her, dass sie es schon fast gar nicht mehr für wahr hält.
Deutsch hat sie erst lernen müssen, aber da ihre Freundinnen französisch sprechen, klappt die Verständigung schon ganz gut.

Angefangen hat sie als PR-Beraterin einer kleinen Firma. Inzwischen
fühlt sie sich wohl in Deutschland, lebt als Managerin eben derselben kleinen
Firma in einem Einfamilienhaus in der Nähe von Neustadt. Wenn im Frühjahr die
Mandeln blühen, fühlt sie sich fast wie zuhause im schönen Sizilien. Was sie
nach wie vor in Deutschland vermisst, ist das köstliche schiacciata, das es in
den Garküchen in der Altstadt von Palermo gibt: Dünnes Fladenbrot, mit einer
Paste aus Oliven und Kräutern bestrichen, Büffelkäse drauf und kurz in den
Backofen. Köstlich. Vielleicht wird sie einen Bäcker in Neustadt einmal
beauftragen, das zu backen.

Bild: Maggie vor dem Dom in Palermo. © Marcel Kalwa – Fotolia.com