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Der Landeskunde-Blog

Der Landeskunde-Blog

bringt, was nicht gerade
Nachrichten-Charakter hat -
Beobachtungen, Notizen, Anmerkungen.

Ostern als Schauspiel

Im badischen Land on tour Posted on Sat, April 20, 2019 12:54:40

Spätmittelalter und frühe Neuzeit kannten sehr ausschweifende szenische
Darstellungen der Passionsgeschichte und der Osterbotschaft. Einer der
Kerne dieser Schauspiele ist das “Heilige Grab”, das in Kirchen oft nur
als Gedächtnisort, wie etwa in Gengenbach oder im Münster in Freiburg,
aber durchaus auch als Rahmen für eben diese Mysterienspiele diente.
Das ausschweifendste Beispiel findet sich in der ehemaligen
Deutschordenskirche in Schloss Altshausen, ein sehr schönes Werk auch im Münster in Konstanz.
Bei Spielen dieser Art wurde hin und wieder auch eine Christusfigur am
Karfreitag ins Grab gelegt (zu welchem Zweck sie abnehm- oder
abklappbare Arme hatte) und am Ostersonntag bildlich sehr eindruckvoll
wieder auferstehen gelassen.
Zu diesen szenischen Darstellungen gehört auch Christus auf dem Palmesel (Beispiel aus Musée de l’Oeuvre Notre-Dame de Strasbourg der am Palmsonntag in die “Stadt” hineingezogen wurde.



Kurpfalz im Elsass

Im badischen Land on tour Posted on Tue, May 06, 2014 14:17:29

Vogtei Kleeburg

Diese Vogtei, eingerahmt von den Flüssen Selzbach und
Lauter, besteht aus zwei Teilen, die ihre Namen von den beiden Schlössern
Kleeburg und Catharinenburg tragen.

Schloss Kleeburg ist auf einem festen Grund errichtet.
Kaiser Maximilian nahm es dem Kurfürsten Philipp [1504] weg und gab es,
zusammen mit den dazu gehörenden Dörfern, an Herzog Alexander von Zweibrücken.

Diese Dörfer sind Rott, Steinselz, in denen der Bischof von
Speyer den Vogt setzte, Oberhofen (diese drei sind ein Lehen des Kapitels in
Weißenburg), Ingolsheim, Hunsbach und Hofen.

Johann Casimir, Bruder Johanns II., des Herzogs von
Zweibrücken, begann 1620 mit dem Bau des Schlosses Catharinenburg. Er nannte es
nach seiner Gemahlin Katharina, der Schwester Gustav Adolfs, des
Schwedenkönigs. Karl Gustav, ihr Sohn, bestieg den schwedischen Thron nach der
Abdankung der Königin Christina [als Karl X.], und übergab es seinem Bruder
Adolf Johann. Gustav Samuel vereinigte es wieder 1718 mit dem Herzogtum Zweibrücken.

Die Herzöge von Zweibrücken kauften im Lauf des 17.
Jahrhundert nacheinander die Dörfer Birlenbach, Kefenach und einen kleinen Teil
von Bremmelbach.

Histoire des dix villes: jadis libres et impériales de la
préfecture de Haguenau. Selon Schöpflin. Colmar 1825. S. 220 – 224

Bilder: Kleeburg (oben), Bremmelbach (Mitte), Birlenbach (unten), alle vom S. Jakobsweg aus gesehen



Bayerische Geschichte

Im badischen Land on tour Posted on Sat, August 20, 2011 12:51:00

VOR RUND 500 JAHREN wurde
die Junge Pfalz gegründet. Man suchte nach neuen Maßstäben und Orientierungen
und hoffte, diese zukunftsweisend an die Antike anbinden zu können. Damit wurde
die Renaissance auch in diesem bayerischen Fürstentum wirksam. Es wurde zu einem
der Zentren der Erneuerung.”

Werbetext für Neuburg an der Donau.
Das ist bayern-zentrierte Geschichtsschreibung. So als ob das Fürstentum Neuburg 1505 nur gegründet worden sei, um in einem bayerischen Fürstentum endlich die Renaissance anbrechen zu lassen.
Wie es wrklich war: Kölner Spruch von 1505



Frühlingssinfonie im Schwetzinger Schlossgarten

Im badischen Land on tour Posted on Tue, April 06, 2010 20:02:06

Sinfonie? Ein rauschendes Orchester! Wolken von rosa Kirschblüten – jedes Jahr und doch wieder jedes Mal neu und aufregend. Genuss pur. Optischer Genuss.

Wer konnte, genoss auch anders…. mit dem Lieblingskind an der Hand oder um für das nahende Abi zu lernen

Die Bilder gibts auch bei Facebook
Und den Schlossgarten Schwetzingen bei Landeskunde online



Lange Nacht der Museen Heidelberg

Im badischen Land on tour Posted on Tue, March 23, 2010 09:59:40

Es muss am Wetter gelegen haben, dass die Lange Nacht der Museen in Ludwigshafen, Heidelberg und Mannheim nicht so stark nachgefragt war wie letztes Jahr. Nach einem Bericht der RNZ fanden bei dem doch recht unappetitlichen Wetter nur etwa 20000 Besucher den Weg in Museen und Galerien – gegenüber 30000 im vergangenen Jahr.

Obs nun wirklich am Wetter lag oder an dem Angebot, mit dem die Häuser die Besucher anlockten, sei dahingestellt – Ursachenforschung ist nicht unsere Aufgabe. Das Team von Landeskunde online machte sich auf den Weg die Heidelberger Hauptstraße hoch, beginnend beim Verpackungsmuseum, genoss Jazz in der Alten Aula der Universität, warf einen Blick in die Jesuitenkirche, betrat auch zum ersten Mal die dortige Krypta und fuhr dann mit der Bergbahn zum Schloss hoch.


Video-Lichtinstallation am Friedrichsbau des Heidelberger Schlosses

Irgendwann stellte sich im Lauf des Abends aber die Frage, ob es mehr hätte sein können. Kein Mannheim, kein Ludwigshafen, wieder “nur” Heidelberg. Moschee und Synagoge hätten hochgradig interessiert, der Schlossbunker – wie Michelin sich ausdrücken würde, ein faut le voyage. Kammerorchester im Wasserturm (wirklich innen drin?), Orgelkonzert in der Christuskirche. Aber das Heidelberger Schloss ist Pflichtprogramm.

Nachgerechnet: 19 h Moschee, 19.30 h Galerie Panorama (liegt auf dem Weg zur Synagoge), 20 h Synagoge, 20.30 h Schlossbunker (nach dem Zeitungsbericht mit Anstehen), 21.30 h vielleicht ein Blick ins Schloss zu den Danazatori Palatini (eigentlich auch Pflichtprogramm), 22 h Wasserturm, 22.30 h Christuskirche (wenn da gerade mal wirklich die Orgel erklungen wäre). 23 h zurück zum Bahnhof, 23.45 h Altstadt Heidelberg. Dann hätte das Programm begonnen, mit dem die Redaktion 20.30 h am Bismarckplatz anfing und mit dem sie die folgenden vier Stunden beschäftigt war.

Die Idee, die Kulturstätten in den drei Metropolen zu vernetzen, ist großartig und seit 12 Jahren ein Erfolgsrezept. Aber die sechs Stunden zwischen 19 und 2 Uhr sind dafür zu kurz.

Halb eins am Bismarckplatz. Keine Straßenbahn mehr nach Kirchheim. Nur der Moonliner, eine halbe Stunde später (es regnete heftig), aber bei dessen Erwähnung rümpfte der Taxifahrer deutlich die Nase. Wir hätten doch besser – Nahverkehr hin, Nahverkehr her – das Auto genommen. Immerhin fuhren die Museumsbusse unverdrossen bis 2 Uhr nachts.

In Landeskunde online: Lange Nacht der Museen



Tanz im Schloss

Im badischen Land on tour Posted on Sun, February 07, 2010 22:35:39

6. Februar – Stéphanie-Woche im Mannheimer Schloss

Großherzogin Stéphanie ist eine verehrte Person in Mannheim. Hier, im alten barocken Residenzschloss der pfälzischen Kurfürsten, nahm sie ab 1818 ihren Witwensitz und polierte damit das Schloss mit badischem Glanz auf. Ganz folgerichtig wurde auch der eine Flügel der Bel Etage von wenigen Jahren in ihrem Stil wieder hergestellt.

Stéphanie, geborene Beauharnais, Adoptivtochter des großen Korsen Napoleon I. und Witwe des badischen Verfassungsinitiators, starb 1860, vor 150 Jahren. Ihr zu Ehren wurde von Schlösser & Gärten eine Stéphanie-Woche ausgerichtet, mit Führungen im Schloss, mit Musik, mit Vorträgen – und auch mit einem Tanznachmittag.

Hier zeichnete das Hockenheimer Tanzensemble I Danzatori Palatini verantwortlich und präsentierte – gekonnt wie immer – Tänze der frühen Stéphanie-Zeit: Francaise en ronde, Kontratanz, Mazurke, Galoppquadrille, Ecossaise – und natürlich das immer noch gerne getanzte Menuet.

Die Videos dazu (und die Bilder im ordentlichen Anguck-Format) gibts in den nächsten Tagen im Online-Magazin der Badischen Heimat: http://magazin.badische-heimat.de



Herbst im Schlossgarten

Im badischen Land on tour Posted on Wed, October 14, 2009 17:28:46

Der Schlossgarten neigt sich zur Winterruhe. Die Sonne schien, die Gelegenheit schien auch, und zwar günstig, aber der Wald war noch nicht bereit. Der “Goldene Oktober” lässt wohl noch ein paar Tage auf sich warten.
Bilder vom “Einfach so”. Und von der Arbeit, die getan werden muss, damit der Garten auch wirklch zur Ruhe gehen kann.



Herbst im Schwarzwald

Im badischen Land on tour Posted on Tue, September 29, 2009 18:34:30

Es war ein wunderbarer Herbsttag. So wunderbar, dass man gar nicht mehr wegwollte von dieser unglaublichen Aussicht, die sich von der Höhe der Burg Geroldseck auf dem schönberg bei Seelbach im Ortenaukreis, zwischen Schutter- und Kinzigtal bietet.

Und dass das Spital in Lahr, eine Geroldseckerstiftung von 1259, dieses Jahr sein 750jähriges Jubiläum feiert, könnte direkt ein Anreiz sein, da hin zu fahren.



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